Zur Geschichte unserer Agapitus-Kirche
Schon 1105 n.Chr. ist in Friolzheim eine Kirche erwähnt. Sie gehörte damals dem Kloster Hirsau. Wahrscheinlich wurde in einer späteren Zeit an dieser Stelle wieder eine Kirche gebaut.
An der Kirche sind verschiedene Baustile zu erkennen. Die Chorturmanlage stammt – zum Teil – aus romanischer Zeit. Der Chorraum selbst ist gotisch. Der Schlussstein im Chorgewölbe trägt das badische Wappen. Nach diesem Wappen im Chor zu schließen, wurde Mitte des 15. Jahrhunderts (1439 – 1461) der Chorraum umgestaltet. Friolzheim gehörte damals dem Markgraf von Baden (das Wappen im Chorgewölbe ist das markgräflich badische Wappen und bezeugt diese Zeit).
Die Kirche ist dem heiligen Agapitus geweiht. Der Tag des Heiligen ist der 18. August. Agapitus wurde als 15-jähriger wahrscheinlich in der Christenverfolgung des Kaisers Valerian (253-260) als Diakon des Bischofs von Rom, Sixtus II, (257-258), mit Felicissimus an den Füßen über einem brennenden Holzstoß aufgehängt. Löwen, die man auf ihn losgelassen hat, schmiegten sich an ihn, taten ihm aber nichts. Agapitus wurde schließlich mit dem Schwert hingerichtet. Sein Glaubensmut und sein Festhalten am Glauben, trotz vieler Quälereien, machen ihn – bis heute – zu einem Vorbild des Glaubens. Unsere evangelischen Vorfahren haben deshalb an dem Namen Agapitus – seit 1542 ist die Friolzheimer Kirche evangelisch – festgehalten.
Das Kirchenschiff wurde 1522 nach Süden verbreitert. Davor war der Chorbogen genau in der Mitte. Bei der Renovierung (1966 – 1968) wurden hierfür beim Abschlagen des Putzes Anhaltspunkte gefunden. Über der Seitentüre (im Süden) ist eine Inschrift zu finden. Es ist ein Meisterzeichen. Es erzählt, dass Jacob Höß und Hans Wunderer, Steinmetze von Nürtingen, hier 1522 als Baumeister tätig waren.
1938 wurde die Sakristei der Kirche zum Kirchsaal ausgebaut. Innen ist dies ganz deutlich zu erkennen.
In den Jahren 1966-1968 wurde die Kirche im Inneren total renoviert und zugleich in Richtung Westen erweitert. In diesem Zusammenhang wurde das bunte Glasfenster, im Chor, von einer Friolzheimer Familie gestiftet. Gefertigt hat es der Flachter Künstler Sepp Vees.
Seit der großen Kirchensanierung der Jahre 2016-2018 bietet die Kirche Sitzplätze für etwa 220 Besucherinnen und Besucher.